SAGA – 10. Europäisches Wintertreffen 

in Triest vom 19. bis 24. März 2018

Von Wiltrud Bechem

 

Eine Geschichte über eisige Bora, vermissten Koffer, verpasste Spitzenhäubchen….

Die Stadt Triest zeichnet sich nicht nur durch herausragende Naturschönheiten und eine reichhaltige historische Bausubstanz aus sondern auch durch die Eigenschaft, sieben Jahrhunderte lang ein Hafen des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation gewesen zu sein, bevor sie zum Militärhafen der k.u.k.-Monarchie wurde. Heute noch stehen die Stadt und ihre Region am Kreuzpunkt romanischer (Italien), deutscher (Österreich) und slawischer (Slowenien) Einflüsse. Hier können die Freude an  der See und ihre Abenteuer mit Geschichte und Kultur wunderbar verbunden werden.

 

Da es noch früh in der Saison ist müssen alle Teilnehmer, egal von wo in Deutschland, wegen des eingeschränkten Flugplans über München fliegen. So trifft sich die Gruppe an diesem Flughafen. Es schneit dort und jeder freut sich auf etwas Frühling in Italien. Nach einem Kurzflug über die Alpen begrüßt uns Dominique am Flughafen Triest, doch oh Schreck: ein Koffer ist weg! „Domani“ heißt es sehr freundlich.

 

Mit Hilfe der charmanten Reiseleiterin Marina erobern wir zu Fuß Triest. Wenn nur nicht die Bora wäre! Eiskalt erwischt sie uns, zerrt an unserer winterlichen Garderobe, kühlt unsere Körper aus. So bewundern wir in Mütze, Schal, Handschuh und dicken Winterjacken gehüllt die Innenstadt Triests: den eindrucksvollen Platz der Unita, das alte jüdische Viertel mit seinen engen Gassen, das Borgo Teresiano, gebaut gegen Ende des 18. Jahrhunderts auf Befehl von Kaiserin Marie-Theresia, und das schöne Marpurgo – Museum, welches im 19. Jahrhundert Wohnsitz einer groß-industriellen Familie war.

 

Glücklich machen wir einen Kaffee-stop im Tamaseo, dem ältesten und berühmtesten Café der Stadt. Espresso oder Caffe americain wird landestypisch im Stehen an der Theke eingenommen.

 

Mittags wärmt eine sehr großzügig bemessene Portion Lasagne unsere durchgefrorenen Körper wieder auf, der fantastische Vino hilft dabei.

 

Nachmittags laufen wir zum San- Giusto- Hügel, wo der Dom und das im 14. Jhd. gebaute Schloss stehen. Ein prächtiger Ausblick auf die Stadt mit hinter den Wolken hervorblitzender Sonne lässt uns kurzzeitig die unvermindert stürmende Bora vergessen.

 

Abends dann große Enttäuschung: der vermisste Koffer ist nicht im Hotel. „Demani“ heißt es wieder. Je nach Figur und Statur wird ausgeholfen mit Unterwäsche, Bluse, Hemd, Pullover.

 

Mittwochs besuchen wir das Revoltella -Museum, ein elegantes Bauwerk aus der Neu – Renaissance, welches im Auftrag von Freiherr Pascale Revoltella vom Berliner Architekten Friedrich Hitzig, einem Schüler von Schinkel, 1858 fertig gestellt wurde.

 

 Anschließend fahren wir nach einem wieder mit Pasta, Risotto, Hauptgang, Strudel alla Mele und Vino reichhaltigen Mittagessen zum Schloss Miramare, welches weiß und elegant in der Bucht von Triest direkt am Meer thront. Es wurde im 19. Jhd. nach dem Willen von Maximilian von Habsburg, dem späteren Kaiser von Mexiko, gebaut. Die Besichtigung seiner Räume ist für uns wie eine Reise in eine vergangene Epoche. 

 

                  Im Hotel zurück heißt es wie am Vorabend: Koffer nicht da, „demani“.

 

Donnerstag fahren wir mit dem Bus nach Monfalcone zur Besichtigung des Museums für Schiffbau, „MuCa“ genannt. Von weitem sehen wir schon riesige im Bau befindliche Kreuzfahrer im Trockendock. Seit 110 Jahren werden hier in der von der Familie Cosulich gegründeten Werft  die größten und schönsten Kreuzfahrtschiffe gebaut. Das „MuCa“ ist das einzige italienische Museum, das ausschließlich dem Schiffbau und der Auswirkung auf das umliegende Territorium gewidmet ist. So wurde schon sehr früh ein Stadtteil, das Arbeiterdorf Panzano, errichtet und für die Manager ein Villenviertel erbaut. Anhand von Zeugnissen und Dokumenten, manche über 100 Jahre alt, wird im „MuCa“ die Seegeschichte mittels modernster Multimedia- Technik nachgezeichnet.

 Da alles so spannend ist, verpassen wir den nächsten Programmpunkt, die Besichtigung der Kaffeerösterei Illy. Schade, sehr schade! Deshalb fehlt hier in der Flaschenpost das Gruppenfoto mit den Spitzenhäubchen“.

                                                                                 

                       Zurück im Hotel heißt es wie schon zuvor: kein Koffer, „demani“.

 

Am Freitag fahren wir zunächst nach Udine, der historischen Hauptstadt des Friauls. Unterwegs bewundern wir die Burg der Adelsfamilie „von Turn und Taxis“, hochgelegen auf Felsen an der Küste der nördlichen Adria. Udine, in der Mitte der Region Friaul – Julisch Venetien gelegen, ist eine mittelalterliche Stadt mit Schloss und der Piazza Libertà. Sie ist vor allem bekannt durch die Fresken von Giambattista Tiepolo, einem berühmten Maler aus Venedig. Das nach ihm benannte Museum und die Tiepolo – Galerie befinden sich im prächtigen sogenannten Palazzo Patriarcale, dem Sitz des Erzbischofs von Udine.

 

Die anschließende Besichtigung eines Weinguts im Collio-Gebiet ist sehr informativ und unterhaltsam. Die zur Verkostung ausgewählten Weine, vom Schaumwein bis zum gehaltvollen Roten, lassen viele Herzen höher schlagen. Dazu gibt es Snacks wie Scheiben des unnachahmlichen Schinkens San Daniele, Sticks einer lokalen Käsesorte, Gemüsetortilla und frittierte Fleischbällchen.

 

Zum Gala-Abend begeben wir uns dann herausgeputzt in den ehemaligen Leuchtturm von Triest, wo heute die örtliche Lega Navale Italia ihre Clubräume besitzt. Nach einer herzlichen  Begrüßung seitens der Commodore der LNI werden wir mit einem wunderbaren Fischmenü bewirtet.

 

Ja, und am Samstag reist ein Teil der Gruppe nach Venedig, der Rest zurück nach Hause.   Wir wurden verwöhnt mit viel Kultur und geschichtlichem Wissen, mit vielen Sorten schmackhafter Pasta und Risotto, Gelati und Strudel alla Mele. Wir verkosteten die Weine aus der Region und wissen wieder einmal mehr: Italien ist immer eine Reise wert! 

 

Unser Dank gilt Dominique und Jean-Luis, die wieder viel Mühe für dieses wunderbare Programm aufgewendet haben.

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