Socchi 2016

Reisebericht Herbsttreffen ICCY 2016 in Sochi

15.10.20.10.2016

 

Als wir nach entspannter! Reise über Moskau, abends in Sochi ankamen, wurden wir von Lilija und Helmut herzlich begrüßt und mit unserem Reiseführer Alexandre bekannt gemacht.

Anstatt ins Hotel zu fahren, ging es gleich ins Restaurant "Raduga", wo wir mit Champagner empfangen wurden und landestypische Speisen und Getränke genießen konnten.

Die Stimmung wurde immer ausgelassener, der Wodka tat seine Wirkung .Später fanden sich einige bei armenischen Tänzern auf der Tanzfläche wieder. Nur bei der spontanen Zwischeneinlage der Breakdancer war der Club zu schüchtern oder nicht mehr gelenkig genug.. Uns zu Ehren wurden auch viele deutsche Hits gespielt. Die Stimmung war ausgelassen und wir haben bis in die Nacht gefeiert. Spätestens jetzt merkte jeder: Wir sind in

Russland angekommen.

Den Hotel-Check-in haben wir trotzdem noch geschafft!

Am nächsten Morgen ging es hoch hinaus ins Skigebiet der Olympischen Spiele nach "Krasnaja Poljana", noch ohne Schnee. Mit einer Gondel fuhren wir auf 1660m bei 09°C.

Leider verbarg sich der Hohe Kaukasus hinter Wolken. Wir konnten aber einen guten Überblick der olympischen Stätten gewinnen. In der Bergstation gab es leckere Borschtsch und geräucherten Wildbirnensaft. Nach einem kleinen Rundgang gondelten wir zurück ins etwas wärmere Tal und besuchten den Park der russischen Ethnien: verschiedene Architekturen des Riesenreiches. Unser Reiseführer Aleksandre aus Sochi hat uns allzeit souverän in 3 Sprachen als liebenswerter Betreuer und unerschöpliches Lexikon zur Verfügung gestanden.

Weiter ging es vom sog. Gebirgs-Cluster an den Meeres-Cluster der olympischen Stätten; dorthin wo die ganzen Hallen und die Fackel steht und wo die Feier stattfand, direkt am Schwarzmeer.

Höhepunkt des Meeres-Clusters war dann das ergreifende Musik-Wasser-Lichtspiel am Olympiafackelteich, nachdem nachmittags eine eher beunruhigende Formel 1-Atmosphäre mit kreischenden Motoren herrschte: die Rennstrecke windet sich direkt um die Hallen und da war ganz schön was los.

Als nächstes stand die Breschnew-Datscha auf dem Programm. Heute ist sie Restaurant. Es war dort alles sehr dunkel, aber was man sehen konnte, war sehr schön. Über eine Bogenbrücke auf eine kleine Insel inmitten eines Sees. Überall kleine Pavillons, Nischen und Ecken, die dem Besucher einiges an Trittgeschick abverlangten und auch bei uns ihren Tribut forderten (zum Glück nur ein paar Schrammen). Wir wissen jetzt jedenfalls, warum Breschnew so komisch aussah. Überhaupt hatten wir auf unserer Reise einige gefallene Damen zu beklagen, was sicherlich an der unorthodoxen russischen Bauweise der Wege und Treppen lag.

Nun, die kaukasische Bewirtung im "Kon Koronel" war formidabel.

Und weil es so schön war, ging es am folgenden Morgen in die Stalin Datscha. Der wusste noch besser zu leben. Beeindruckendes Anwesen, innen alles aus Holz. Nicht Kiefer-Verschalung wie im heimischen Partykeller, sondern edel mit Kassettendecken in Kastanie, Eiche und Buche, hypoallergen. Mit Schwimbad- und Kinohaus. Alles von außen in dunkelgrün gehalten, zur Tarnung. Alle gezeigten Filme in der CCCP seien von ihm vorher angesehen und zensiert worden. Auch war er ein Mensch der Angst hatte, dass seine Taten auf ihn zurückkommen. Gepanzerte Sitz-/Liegemöbel!

Nach dem Ausflug in die Geschichte fuhren wir dann doch heiteren Gemüts bei strahlenden Sonnenschein und warmen Spätsommerwetter zur Stadtrundfahrt mit anschließendem Rundgang vom Hafen zur Hauptkirche. Anschließend Essen in unserem Hotel "Zhemchuzhina"(die Perle) und etwas Pause, die einige gleich zum Bad im Schwarzen Meer genutzt haben (19°).

Nachmittags besuchten wir den berühmten Mazesta-Kurpalast. Wofür er berühmt ist, hat man sogleich gerochen. Nach dem reichhaltigen Essen der vergangenen Tage eine willkommen Gelegenheit eigene Düfte unterzumischen.

Wir besichtigten noch die Bergquelle und fuhren dann wieder hoch hinauf auf den Berg Achun. Es war noch bestes Wetter, aber der Aussichtsturm wollte noch erobert werden , um endlich einen Blick auf die schneebedeckten  Gipfel des Kaukasus zu haben. Doch es ist unglaublich; außer Atem oben angekommen, bewölkte es sich wie aus dem Nichts und der Blick war abermals verdeckt.

Mit gemischten Gefühlen ob unserer Sünden, fuhren wir zurück nach Sochi und schlemmten unseren Kummer im rustikalen Restaurant "Stasi Basar" hinweg.

Der nächste Tag war Markttag. Sascha erwies sich als kundiger Begleiter und lies sich nicht lumpen. Er organisierte an vielen Ständen was zum Kosten und handelte gute Preise aus. Wie eine Herde Schafe hingen wir an seinem Hirtenrock und folgten ihm durch die engen Gänge.

Die geplante Bootstour wurde wegen Wind und Wellen abgesagt. Gute Gelegenheit den peewarmen Meerwasserriesenpool unseres Hotels kennen zu lernen: Ibiza-feeling mit chillout-Musik.

Nachmittags folgte dann eine abenteuerliche Fahrt auf einen Berg zum Anwesen von Helmut und Lilija, das wie eine Alm über dem Schwarzen Meer thront und einen atemberaubenden Blick eröffnet. Der kleine Sochibus (der Typ wurde extra für Olympia konstruiert) konnte die Strecke bald nicht mehr bewältigen , so dass wir auf Kleinfahrzeuge umsteigen mussten. Aber auch diese haben die letzte Passage nicht geschafft. Also ging es noch ein Stück zu Fuß weiter.

Dann erwarteten Lilija und Helmut uns schon mit Champagner und Kaviar. Es folgte eine spektakuläre, unvergessliche Feier in den Sonnenuntergang bis spät in die Nacht; mit opulentem Mahl, Wodka in Strömen, einer phantastischen Folkloretruppe und Höhenfeuerwerk vom Feinsten. Irgendwie sind wir dann wieder  heruntergekommen.

Den letzten Vormittag hatten wir zur freien Verfügung. Wir besuchten den Botanischen Garten Dendrarij, fuhren mit der Seilbahn hinauf und hatten endlich den lang ersehnten Blick auf die schneebedeckten Gipfel. Andere genossen den Pool oder gingen shoppen.

Nachmittags fuhren wie auf eine Teeplantage in den Bergen und kosteten in einem urigen Holzhaus den berühmten Krasnodar-Tee aus dem nördlichsten Teeanbaugebiet der Welt, natürlich aus einem Samovar.

Dann ging es auf steilem Grat mit dem Bus zurück zum Abschlußabend im "Kawkaski Aul".

Es folgte eine zunächst kühle Außenveranstaltung mit Lifemusik und mal wieder reichlich Essen und Trinken, so dass einem im Laufe des Abends immer wärmer wurde. Am Lagerfeuer wurden später Wünsche auf Zettel geschrieben und verbrannt. Trotz der Kälte waren die Leute am Ende nur schwer in die Busse zu kriegen, denn es hieß jetzt Abschied zu nehmen. Über einen kurzen Abstecher ins Hotel wurden wir zum Airport gebracht und nach 30 h ohne Schlaf kamen wir zwar müde, aber glücklich zu Hause an.

Wir danken Helmut und Lilija für diese unvergessliche Reise.

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