38. ICCY Treffen in Helsinki vom 15.  bis 19. Juli 2019

 

In diesem Jahr lud der HSK anlässlich seines 120 jährigen Bestehens  zum diesjährigen ICCY Treffen nach Helsinki ein. Der Yachthafen befindet sich in Lautersaari, einem begehrten Wohnviertel Helsinkis. Er verfügt über ein neues und modernes Clubhaus mit Sauna (natürlich!) und angeschlossenem Restaurant, das uns während unseres Aufenthalts mit gutem Essen versorgte.

 

Am ersten Tag unseres Helsinkibesuchs stand die Stadtbesichtigung auf dem Programm. Um 9:30 Uhr startete der Bus bei leider nieseligem Wetter. Unser Vereinsmitglied, Marja Penkert, übernahm die anstrengende Aufgabe, als Finnin eine Führung in Deutsch und Englisch durchzuführen.

 

Unser erstes Ziel war das Sibelius Denkmal, erschaffen von der finnischen Künstlerin Eila Hiltunen mit dem Titel Passio Musicae. Der Komponist Sibelius verstarb 1957. Am 7. September 1967 wurde das Denkmal enthüllt. Es besteht aus einer Reihe von mehr als 600 Stahlrohren, die wellenförmig miteinander verschweißt sind. Obwohl das Design wie stilisierte Orgelpfeifen aussieht, war bekannt, dass der Komponist wenig Orgelmusik geschaffen hatte. Das Denkmal wiegt 24 Tonnen und misst 8,5 mal 10,5 mal 6,5 Meter. Hiltunens Ziel war es, die Essenz der Musik von Sibelius einzufangen.

 

Anschließend brachte uns der Bus zum Domplatz. Dort hatten wir Gelegenheit, die Umgebung zu Fuß zu erkunden, um uns anschließend beim Lunch im Katajanokka Hotel, einem ehemaligen Gefängnis, zu stärken. Weiter ging es zur Besichtigung eines nahe gelegenen Spezialschiffes, das vielseitig von einer sehr fähigen Besatzung z.B. als Schlepper, Eisbrecher, Küstenschutz, Seenotrettung und zur Beseitigung von Ölunfällen eingesetzt werden kann. Von der Plattform des haben wir einen wunderbaren Blick auf das Riesenrad. Bei näherem Hinsehen ist zu erkennen, dass zwei Kabinen etwas anders aussehen. Die eine ist zu einer Sauna umgestaltet, in der zweiten wird dem Gast Champagner serviert. Keiner von uns hat das Erlebnis ausprobiert….

 

Es folgte ein kurzer Besuch des Amos Rex Kunst Museums sowie die Besichtigung der erst Ende des vergangenen Jahres fertig gestellten Oodi Nationalbibliothek, die man fast als Kreativwerkstatt bezeichnen kann, so vielfältig ist das Angebot. Von nahem, direkt vor dem Eingang, sieht die Oodi eher aus wie eine Welle, die sanft durch die Stadt gleitet, wie ein musikalisches Bauwerk, quasi Musik auf architektonisch.

Es steht nicht nur ein umfangreiches Sortiment an Büchern, CDs, DVDs und Magazinen zur Verfügung, sondern es gibt verschiedene Sitzgelegenheiten, Meeting-Räume, 3D-Drucker, Großprinter, Nähmaschinen, Bastel-Labore, Tabletts können gratis ausgeliehen werden und es gibt ein Kino. Es fällt schwer alles aufzuzählen, was der Gemeinschaft hier alles geboten wird und kostenfrei zur Verfügung steht.  

Nachdem uns der Bus durch den Feierabendverkehr wohlbehalten zu unseren Booten zurückbrachte, wurden wir zur Entspannung in die Geschichte der finnischen Sauna eingeführt. Nun wissen wir, dass es in Finnland mehr Saunen als Autos gibt! Die Sauna ist in Finnland eine heilige Ku(h)ltur, wichtiger als Theater und die Kinder haben sich in der Sauna wie in der Kirche zu benehmen!

 

Nach dem Vortrag hatten wir Gelegenheit eine Sauna zu besuchen. Nicht irgendeine, sondern eine mobile Rauchsauna, die mit Anheizen über den Saunaofen innen mit Holzkohle vorgeräuchert wird, um später (nach dem Lüften) den Besuchern ein besonderes Klima zu bieten. Sie befand sich in einer Art Bauwagen, wurde extra für uns auf das Hafengelände gefahren, zusammen mit einem Whirlpool. Am meisten Besucher hatte jedoch der Whirlpool. Die Saunagäste dufteten wie ein Räucheraal. Nach dem anstrengenden Tag die reinste Freude.

 

Der zweite Tag begann mit einem sehr interessanten Vortag im Clubhaus über eine Segelreise nach Spitzbergen. Anschließend fuhren wir mit dem Bus zum Rathaus, wo wir vom Bürgermeister begrüßt wurden. Nach einem Büfett und der Übergabe von Geschenken gingen wir zum nahe liegenden Hafen, wo uns ein Schiff zur Festung Suomenlinna ( Sveaborg ), einem Unesco Kulturerbe,  brachte. Wir erfuhren vieles - die Geschichte der Festung und ihrer Schlachten. Jetzt leben in den Gebäuden Familien friedlich miteinander. Den Abend verbrachten wir gemütlich im Clubhaus, wo uns wieder ein Büffet servierte wurde und der TyvD die Getränke - Wein und Bier - zur Verfügung stellte. Mit großem Interesse verfolgten wir die von  unseren  Mitgliedern Heide und  Dieter Lüdtke gezeigten Bilder und Filme von ihrem ersten ICCY - Helsinkibesuch vor genau 30 Jahren. Wir erkannten viele vertraute Gesichter und stellten fest, wie schnell doch die Zeit vergangen ist. 

 

Am  letzten Tag erhielten wir einen kleinen Einblick ins Universitätsgelände, geführt von Pekka, der früher hier gearbeitet / geforscht hatte. Uns wurde der Aalto Ice Tank erklärt, ein Simulatorbecken, das die Auswirkungen von Eisbildung und Eisgang auf Schiffe und Ausrüstung simulieren kann, um u.a. wissenschaftliche Grundlagen zur Erstellung von off shore Konstruktionen zu erarbeiten. Außerdem fuhr auf dem Uni-Gelände ein fahrerloser Elektrokleinbus, in dem Besucher das etwas andere Fahrgefühl erleben konnten.

Unser Gastgeber und Geologe  Pekka zeigte und erklärte uns in einer Ausstellung seines  Instituts  unendlich viel Interessantes über die Geologie. Die Zeit verging wie im Fluge, doch sie war leider begrenzt. Nach einer kurzen Stärkung in einer Brauerei ging es zum Hafen zurück, dafür wir ausreichend zeit hatten, uns für den Galaabend im Restaurant des Clubhauses vorzubereiten.

  

Leider ging die schöne Zeit sehr schnell zu Ende.  Nach der  Flaggenzeremonie begaben sich die ersten Schiffe umgehend auf die Heimreise. Die Boote des TyvD verbrachten jedoch noch einen gemeinsamen Abend. Es waren noch Reste an Wein und Bier vorhanden, das kann man doch nicht verkommen lassen!!

 

Wir bedanken uns bei Joni, Pekka und allen fleißigen Organisatoren für das schöne Treffen.  

 

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