Sommerreise nach Hiiumaa / Estland  

Nachdem alles verstaut und zu Hause alles geregelt ist, sind wir alle Jahre wieder erleichtert, wenn wir endlich starten können. In diesem Jahr nehmen wir uns fünf Wochen Zeit.

 

Mit ablaufendem Wasser geht es zügig von Hamburg nach Brunsbüttel. Kaum erreichen wir Brunsbüttel, erleichtert das weiße Signal, gemeinsam mit einer Vielzahl von wartenden Seglern können wir einlaufen. Problemlos geht es durch den Nordostseekanal bis Laboe. Eigentlich wollen wir in Ruhe gen Norden segeln. Unsere Planung wird jedoch durch den Wetterbericht zunichte gemacht. Übermorgen soll der Wind auf Nordost drehen mit Stärke 6. Wir entscheiden uns, gleich bis Glowe / Rügen durchzulaufen. Nach einer ruhigen Nacht bei raumem Wind erreichen wir bei dichtem Nebel Glowe. Dank Kartenplotter finden wir die Hafeneinfahrt, zu sehen ist sie erst im letzten Augenblick. Wir können uns auf vier Hafentage freuen. Der Urlaub kann beginnen.

 

Ausgeruht geht es weiter. Die folgenden Etappen sind Allinge, wo wir einen weiteren Hafentag einlegen müssen und die „Jone“ treffen. Zügig segeln wir bei Windstärke 4 -5 bei raumen bis achterlichen Winden unter Spinnacker durch das Wasser Richtung Norden. Unsere SY Catiana gibt alles. Über Kappelshamn / Nordgotland errechen wir die Westküste Saareemaas. Jetzt können wir uns endlich Zeit nehmen. Die größten Distanzen sind geschafft. Nach drei weiteren Tagestörns laufen wir am 22.07.2014 in Kärdla ein.

 

Am Vormittag des 23.07.2014 liegen alle 10 teilnehmenden Boote im Hafen, die SY Santa Maria, SY Olivia, SY Walk abourt, SY KIWI, SY Sieta, SY Catiana, SY SY Odefina, MY Sonja, MY Tapasya und die MY Tayana.

 

Mittags überraschen uns Birgit und Erik mit einem leckeren Dessertbuffet. Aus einer Vielzahl von Klappen kommen von Bord der MYTayana diverse Tische zutage und auf unserem Steg wird eine große Tafel aufgebaut. Alles wir mit schönen Tischdecken versehen und Birgit erscheint mit Sahne, Marmelade, Eiscontainern, Sekt und zwei Waffeleisen. Kurze Zeit später zieht der angenehme Duft von frischgebackenen Waffeln durch den Hafen. Unmengen werden gebacken und gegessen!

 

Zur Flaggenparade erscheint Sascha. Den langen Weg von ca. 1.500 km hat er zurückgelegt, um uns die große ICCY Flagge für die Flaggenparade sowie den Pokal überreichen zu können. Sein Auto ist mit den ICCY Flaggen der vergangenen Jahre geschmückt. Über seine Idee freut er sich wie ein kleines Kind. Im Vereinshaus verbringen wir einen gemütlichen Abend bei frisch geräuchertem Fisch und musikalischer Untermalung.

 

An den kommenden drei Tagen holt uns morgens um 10 Uhr ein Bus zur Inselrundfahrt ab. Am ersten Tag werden uns Attraktionen des südlichen Teils der Insel gezeigt, wie z.B. eine Bootswerft mitten im Wald, wo ein 82 Fuß großer Katamaran gebaut wird. Am meisten berührt uns der Besuch der Gedenkstelle, die an den Untergang der Fähre ESTONIA im Jahre 1994 erinnert. In ein Gestänge aus verrostetem Eisen wurde eine Glocke eingehängt, die läutet, sobald die Windstärke erreicht ist, in der die ESTONIA untergegangen ist. Die Unfallursache wurde bis heute nicht geklärt. Mindestens 852 Menschen kamen bei der größten Schiffskatastrophe zu Friedenszeiten ums Leben. Einige unserer schwedischen Teilnehmer haben durch das Unglück Familienmitglieder verloren.

 

Auch an diesem Abend verbringen wir bei traumhaftem Wetter auf der Mole des Hafens. Ain hat für den heutigen Abend für schwungvolle musikalische Unterhaltung gesorgt und Hannu greift ebenfalls zum Instrument.

 

Am kommenden sonnenreichen Tag besuchen wir unter anderem eine Wollspinnerei und Weberei sowie verschiedene Häfen bei herrlichstem Wetter. Abends besuchen wir das Hiiumaa Music Festival, das im gemütlichen Gemeindehaus von Kärdla gastiert. Die Stühle sind eng gestellt, damit jeder einen Platz bekommt und nicht vom Stuhl fallen kann, es ist „kuschelig“ warm.

 

Am darauf folgenden Tag ist der Besuch des „Soera Farm Museums“  der Höhepunkt des Tages. Der Museeumshof besteht aus diversen Gebäuden; er wird von einer sehr temperamentvollen Dame geführt, die uns sehr anschaulich die damaligen Lebensgewohnheiten der Landbewohner erklärt. Im Anschluss führen uns Paare traditionelle Tänze vor, auch wir werden zum Tanzen aufgefordert und geben unser bestes! Die musikalische Begleitung ist „handgemacht“. Das anschließende Mittagessen wird mit einem Schnaps eingeleitet.

 

Den Abend verbringen wir erneut auf der Hafenmole und es wird gegrillt. Geeignete Tische sind nicht in ausreichender Menge vorhanden, Improvisation ist gefragt. Der wunderschöne Sonnenuntergang endet dröhnend mit Eriks Minikanone.

 

Nachdem sehr abwechslungsreiche Tage hinter uns liegen freuen wir uns heute auf etwas Entspannung. Unter Anleitung von zwei netten Frauen stellen wir Frauen im Garten der Schule auf einer Kocherplatte eine Körperlotion selbst her. Die Männer haben es wenigen entspannend. Bei der herrschenden Wärme müssen sie in einer Schmiede eine Lederschürze sowie - handschuhe anlegen, damit sie ohne Verletzungen ein rustikales Schmuckstück für ihre Liebste schmieden können. Der Abend endet mit dem Gala Dinner.

 

Jede schöne Zeit geht einmal zu Ende. Ain hat uns mit viel Freude die Insel gezeigt, auf der seine Familie gelebt und er seine Ferien mit schönen Erinnerungen verbracht hat.

 

Nach fünf schönen Tagen verlassen wir nach der Flaggenparade den Hafen bei strahlendem Sonnenschein. Zügig geht es bei schwachen Winden mit Hilfe des Motors gen Heimat zurück. Nach fünf Wochen schönstem Wetter und vielen Eindrücken erreichen wir den Hamburger Yachthafen.

 

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