2010 Rotterdam – Holland

Von der Ostsee nach Rotterdam und zurück.

 

 

Mit meinen Cousinen Frya, Klara und meinen Großeltern Irmtraud und Heino begann die Reise am 30.06.2010 von Burgtiefe (Fehmarn) nach Rotterdam.

Der Himmel war heiter, die Stimmung auch. Nach achtstündiger Fahrt liefen wir den Hafen in Kiel an. Hier fanden wir leider nur schlecht Zugang zur Innenstadt und es gab kaum Möglichkeiten an Land etwas zu unternehmen. Trotzdem wurde es nicht langweilig, da wir genug damit zu tun hatten, uns an das Bordleben" zu gewöhnen. Dazu gehört auch sich mit fünf Personen auf kleinstem Raum zu bewegen und es dauert ebenfalls seine Zeit sich nicht immer an allen Ecken und Kanten zu stoßen.

 

Am nächsten Tage ging es durch die Schleuse Kiel - Holtenau in den Nord-Ostseekanal. Bei wolkenlosem Himmel und ca. 30 Grad Wärme kamen wir zu einer schönen Ankerbucht vor der Hochbrücke. Wir konnten fast jeden Tag ausgiebig baden und eine Grundreinigung des Schiffsrumpfes vornehmen. Das Wetter war herrlich!

 

Am 02.07 starteten wir bereits um 6 Uhr. Es musste, wie so oft, so früh sein, damit rechtzeitig die Schleuse Brunsbüttel erreicht werden konnte um mit ablaufendem Wasser nach Cuxhaven zu kommen. Der Strom bewirkte, dass wir über Grund fast 11 Knoten erzielten!

 

Abends in Cuxhaven schauten wir uns noch mit einigen Freunden, die wir dort kennen lernten auf einer Großleinwand am Strand das Spiel Uruguay gegen Ghana (5:3) an. Freya, Klara und ich kamen deshalb erst spät wieder an Bord.

Am darauf folgenden Tag fuhren wir zusammen mit der SY Nibika und der SY Catiana in Richtung Norderney.

 

Die Sonne schien, und bei 35° wehte ein leichtes Lüftchen. Doch zwischen der Elbe- und Wesermündung verabschiedete sich ohne Vorwarnung die Selbststeueranlage...

Zum Glück konnte vom unteren Steuerstand der Kurs gehalten werden. ?ber Funk informierten wir Rainer von der Catania, der sich immer in unserer Nähe aufgehalten hat, um uns im Notfall helfen zu können.

Telefonisch haben wir dann dem Kundendienst Bescheid gegeben, der für den Tag darauf sein Kommen zugesagt hat. Um 18 Uhr mit dem gerade erzielten Tor von Klose im Spiel gegen Argentinien konnten wir in Norderney festmachen und mussten wegen unserer Probleme einen Hafentag einlegen.

 

Am Montag konnten wir, um die Tide auszunutzen, schon früh den Hafen verlassen. Zu unserer Dreiergruppe schloss die SY Pusteblume auf. Nachmittags erreichten wir Lauwersoog. Hier aßen wir in einem der vielen Fischrestaurants und kauften frischen Matjes ein.

Am nächsten Tag war Vlieland als Zielhafen eingeplant. Unter Führung von Klaus verließen wir den Hafen. Der Wind hatte allerdings auf 5-7 Beaufort zugelegt und kam wie üblich von vorn. Die Welle baute sich schnell bis ca. 3 Meter auf. Daher wurde beschlossen, die Fahrt abzubrechen und wieder nach Lauwersoog umzukehren.

 

Wegen der noch stehenden Welle setzten wir die Fahrt am nächsten Tag auf den holländischen Kanälen fort. Durch fast unberührte Natur, durch Grünflächen mit riesigen Viehherden und durch malerische Dörfer kamen wir zu der letzten Brücke vor dem Städtchen Grouw. Leider öffnete sich die Brücke nicht mehr. Am Wartesteg verbrachten wir daher die Nacht und wurden am nächsten Morgen schon früh von einem Esel geweckt, der lauthals schrie.

 

Später erreichten wir den Binnenhafen von Lemmer. Irmtraud kochte ein leckeres Wildschweingericht, das mit 35 Schnitzeln die Mägen der Crew der SY Diana und der SY Pusteblume füllte.

 

Freitag erwartete uns wieder ein strahlender Sommertag. Wir erreichten das Ijsselmeer und schließlich Enkhuizen. Nach dem Anlegen in einer großzügigen Box sprangen wir bei 36° Lufttemperatur sofort ins Wasser. Im Laufe des Tages kamen noch die SY Sawasdee und die SY Waldemar dazu.

 

Am nächsten Morgen motorten wir nach Hoorn. Schon früh erreichten wir diesen traditionsreichen Hafen. Abends kamen noch meine Eltern Andrea und Hans mit dem Auto, um meine Großeltern für die nächsten 3 Wochen abzulösen. Freya und Klara gingen ebenfalls von Bord.

 

Nachdem wir mit dem Beiboot noch eine tolle Grachtenfahrt machten und von einigen Jugendlichen durchnässt wurden, die Spaß daran hatten, direkt vor uns von einer Brücke ins Wasser zu springen. In der Stadt war besonders viel los, da das Fußballspiel Niederlande-Spanien (0:1) lief, das wir uns dort anschauten. Der zweite Platz wurde von den Holländern noch groß gefeiert, wie auch später in Amsterdam, als die Mannschaft begrüßt wurde.

Danach ging es noch nach Volen-Dam und schließlich nach Amsterdam in den Aeloshafen, wo die 8 Segelyachten unseres Clubs erstaunlicherweise allesamt Platz fanden. Wieder machten wir mit dem Beiboot eine tolle Stadtrundfahrt und erhielten interessante Einblicke.

 

Wir schauten uns zum Beispiel den königlichen Palast am Rande des Platzes de Dam an. Das im 17. Jahrhundert erbaute Gebäude gilt als das wichtigste historische und kulturelle Bauwerk des Goldenen Zeitalters der Niederlande.

Am darauf folgenden Tag war Harlem unser Ziel. Nachmittags machten wir die Diana inmitten der idyllischen Stadt fest. In dieser Woche fand hier ein internationaler Orgelwettbewerb statt, den man sich kostenlos anhören durfte. Wir gingen allerdings auch gerne shoppen, da man in den vielen exklusiven Geschäften tolle Gegenstände erstehen konnte.

 

Bald darauf ging es nach Alphen. Hier hatten wir wegen der engen Boxen erhebliche Probleme mit dem Anlegemanöver. Zum Glück haben alle mitgeholfen, so dass wir später doch noch einen Platz am Stegkopf bekamen.

Am Sonntag motorten wir bis nach Rotterdam zum Veerhafen, wo auch das I.C.C.Y. Treffen stattfinden sollte.

 

Beim Anlegen wurden wir von meinen Großeltern und meinem Bruder Michael erwartet, die mit dem Auto schon früher dazukamen. Endlich begann am Montag das offizielle Treffen, doch vor der Flaggenparade besuchten wir noch meine Großmutter in Roosendaal.

 

Abends fand ein Walking Dinner mit Akkordeon-Musik im Restaurant Z&M statt.

Am Dienstag fuhren wir mit dem Bus nach einem Lunch im Rathaus und Begrüßung durch den Bürgermeister nach Dordrecht. Auf dem Weg hielten wir in Kinderdijk. Hier gab es, typisch für Holland, eine große Ansammlung von Windmühlen.

 

Als wir schließlich in Dordrecht ankamen erwartete uns eine schöne Stadtführung mit Kaffee und traditionellem Apfelkuchen. Nachdem wir mit dem Waterbus wieder nach Rotterdam gelangten, fand eine „Dutch hour" statt. Alle Clubmitglieder verteilten sich auf die Yachten der Gastgeber und aßen zusammen mit ihnen Matjes mit Zwiebeln und leckerem Käse. Wir besuchten Jakob Brederveld von der SY Jonas, nachdem ein Shantychor am Hafen musizierte.

 

Am Mittwoch fuhren alle nach Amsterdam. Zum Frühstück gab es dort wieder einen leckeren Apfelkuchen und danach eine Grachtenfahrt. Nach dem guten Mittagessen im Restaurant Haesje Cleas konnten wir den Nachmittag frei gestalten und abends fuhren wir sehr müde wieder nach Rotterdam.

 

Am nächsten Tag waren wir auf dem Euro Mast (185 Meter). Der Ausblick war atemberaubend, weil man sogar mit der Drehscheibe ganz nach oben gelangt. Erst jetzt wurde uns bewusst, wie viel man hier noch unternehmen könnte. Doch leider war das Treffen ja schon fast vorbei.

 

Abends fand das Galadinner statt, worauf wir uns alle schon lange freuten. Nach dem „An- hübschen" ging es über einen roten Teppich in das Clubgebäude am Hafen. Vor dem Dinner gab es einen Sektempfang mit Pianountermalung. Es war sehr schade, dass wir nach dem Essen nicht tanzen konnten. Trotzdem ein schöner Abschluss!

 

Freitag legten wir nach dem gemeinsamen Frühstück und der abschließender Flaggenparade zur Heimreise ab. Wir steuerten Scheveningen an und erreichten es nach etwa 30 sm um 18 Uhr. Auch dieser Abend war Klasse! Mein Bruder und ich lernten nette Leute kennen und wir feierten mit ihnen den 30ten Geburtstag von unserem neuen Bekannten. An der Strandpromenade häuften sich die Bars und Diskotheken und wir kamen erst spät wieder an Bord.

 

Als nächstes Ziel war Ijmuiden eingeplant. Hier machte am Hafen ein Jahrmarkt Krach, den wir abends noch besuchten. Zuerst gingen wir zu dem schönen Strand in der Nähe und genossen das noch warme Wasser. Später ging es nach Texel und dann nach Vlieland. Die Landschaft war großartig und die Strände voll von Kitesurfern.

 

Am n?chsten Morgen liefen wir im Dunkeln, morgens um 5 Uhr aus. Es bot sich uns ein toller Ausblick, denn der Himmel war klar und wir sahen die Sonne in einem tiefen Rot langsam am Horizont aufgehen. Wir machten einen großen Schlag wieder nach Lauwersoog und schließlich erreichten wir Norderney. Hier endete für mich die Reise.

 

Diese 5 Wochen auf der Diana haben mir gut gefallen. Ich habe sehr viel erlebt, war an interessanten Orten, habe viele Erfahrungen gesammelt und nette Bekanntschaften gemacht.

Nach dieser schönen Tour freue ich mich schon aufs nächste Jahr, wo es nach Danzig gehen soll.

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